Teiche-Zählen im oberen Waldviertel
Spätsommerwochenende. Öffi-Anreise. Radtour hinauf ins obere Waldviertel, dem "Wohlfühlviertel".
Von Gmünd nach Litschau, im Entschleunigungsmodus vorbei an Wasserbüffeln und Wackelsteinen, durchs unermesslich grüne Waldmeer, uns teilweise am →"Waldviertler Wasserlandschaftsradweg" orientierend.
Bei jeder sich bietenden Gelegenheit anhalten und schauen: Hauptplatz von Gmünd, Naturpark Blockheide, die Mondteiche, Kirche in Hoheneich, Bachlandschaft in Niederschrems. Abstecher zur Waldviertler Schuhfabrik, weil noch Platz ist in unseren Radpacktaschen.
Kraft tanken beim Naturwunder Steinkreis auf der Anhöhe Frühappel bei Amaliendorf. Heidelbeersträucher und moosbedeckte Granitriesen wohin das Auge reicht.
Die Schienen der Waldbahn "Wackelsteinexpress" kreuzen.
Die Wasserburg Heidenreichstein bestaunen.
Nach Heidenreichstein kommt es zum Worst Case Szenario eines jeden Radfahrers: Bergauf, Gegenwind und zwei Waldviertler Knödel im Bauch. Nahe Klein-Radischen (welch Ortsname!) bläst uns der aufkommende Sturm eines vorbeiziehenden Gewitterausläufers fast vom Rad. Bald ist der Spuk vorbei und wir liegen auf einer sonnenwarmen Granitplatte am Ufer eines idyllischen Fischteiches (der wievielte ist es eigentlich?).
Der krönende Tagesabschluss wird die stimmungsvolle Umrundung des Herrensees von Litschau im späten Licht der Sonne und das anschließende Verwöhnprogramm beim Dorfwirten.
Unser zweiter Tag am Rad, von Litschau nach Gmünd, führt uns über die Grenze zum tschechischen Nachbarn, in die südböhmische Teichplatte.
In der flachen Landschaft hinter dem ehemaligen eisernen Vorhang lebt eine jahrhundertealte Teichwirtschaft mit Seen aller Größe, Flüssen und Kanälen, ausgedehnten Wäldern, Weideflächen und Mooren, heute als Unesco Biosphärenreservat geschützt.
Durch diese faszinierend gleichförmige, unendlich scheinende Waldlandschaft zu radeln grenzt fast schon an Monotonie.
Bei Neunagelberg wechseln wir kurzzeitig auf die österreichische Seite der Grenze, um das Strandbad Gmünd zu besuchen, ein blau und grün schimmernder Waldsee mit Sandstrand und Imbisshütte, wo man gute Burger bekommt.
Schwimmen mit Karpfen ist hier angesagt, und Mittags-Siesta mit Adriafeeling, bevor uns unsere Radroute zurückführt in den Böhmerwald, wo wir bald auf die wildromantischen Auwälder der Lainsitz stoßen.
Zuletzt durch Ceske Velenice, wo manch trostlose Straßenfassade an die strukturschwache Grenzregion der Ostblock Zeit erinnert, und an der Lainsitzbrücke über die grüne Grenze zurück nach Gmünd, zur stressbefreiten Heimreise mittels Franz Josefsbahn.
Übrigens waren es insgesamt 21 Teiche, an deren Ufern wir vorbeikamen. Eigentlich gar nicht so viel, schließlich wartet dort oben auch die →"Hundert Teiche Tour"...















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