Mittwoch, 7. Oktober 2026

Nordwald

Die markanten Waldviertelgipfel Nebelstein und Mandelstein waren schon öfter Ziel meiner Mountainbikebegierde und auch bereits Thema in diesem Blog.

Diesmal solo unterwegs an einem kristallklaren Herbstsonntag, mit dem festen Vorsatz, DIE ideale Runde on the Top of Waldviertel zu finden, welche jede Wurzel und jeden Stein als Herausforderung annimmt und keine Offroadoption ausklammert.

Mountainbiken ohne Kompromisse hoch oben im Waldviertel lautet die Tagesdevise, und ich denke das Ergebnis wurde (be)merkenswert:

Gestartet vom bezaubernden Hauptplatz in Weitra, führt mein Intro, noch im kühlen Morgenschatten, durch das idyllische Gabrielental, und weiter, die Lainsitz entlang. Hinter Steinbach biegt man ein in den ersten schönen Waldtrail, der parallel zu den Schienen der Waldviertelschmalspurbahn verläuft. Der Nordwald mit seinen moosbedeckten Granitblöcken, die schräge Herbstsonne zeichnet malerische Lichtstimmungen zwischen die Baumriesen.

Ein einsamer Wanderweg führt steil bergauf in den Kurort Bad Grosspertholz. Weiter auf behaglichen Waldwegen nach Angelbach, wo die Auffahrt zum Nebelstein beginnt. 350 Höhenmeter am Stück, abgeschiedene Wälder, Einschichthöfe im treffend titulierten Friedental.

Am Nebelsteingipfel ist mir zuviel los, ich halte mich nicht auf und starte in den fordernden Singletrail der von der Nebelsteinhütte bergab führt. Die oberen Felspassagen für mich unfahrbar, aber dann ein sehr lässiger Wurzeltrail.

Die weitere Abfahrt leitet auf flotten Forstwegen bis zur Straße bei Maißen. Gegenüber geht`s gleich wieder in den Wald. Der stimmungsvolle Weg mit der Nummer 22 erweist sich als flowiger Waldtrail, der in das Dorf Wultschau bringt.

Dort erreiche ich den Mandelsteinweg, den zweiten längeren Aufstieg des Tages. Ewige, wie ausgestorbene Waldwege bergauf zum Mandelsteinparkplatz, wo ich auf den "Erlebnisweg Heinrichs" treffe, dem absoluten Fahrerlebnis-Highlight des Tages. Über felsige Steilstufen, trial-mäßig und grenzwertig fahrbar, zum Gipfel des Mandelsteins. Hohe Felsen, Gipfelkreuz, Aussichtsplattform, Pause.

Durch das Mandelsteintor geht es weiter zur epischen Abfahrt am Zöllnerweg.

 Singletrail entlang der Staatsgrenze, vorbei am Würgelhäusl und am Hölltor.  Mächtige Steinriesen, von der Natur geschaffene Kunstwerke im Wald. Liebevolle, weißrote Farbkreise leiten durch das grüne Meer, Waldbaden in Reinkultur.

Der letzte Fahrabschnitt von Heinrichs nach Unserfrau lotst mich ein letztes Mal ins Unterholz. In einem abgeschiedenen, unbeschreiblich schönen, waldvierteltypisch wilden Waldgraben überfahre ich beinahe zwei Steinpilze.

Finale Auffahrt nach Weitra, wo ich nicht anders kann als die Tour mit der Braukunst der ältesten Braustadt von Österreich ausklingen zu lassen.