Sonntag, 24. Mai 2020
Montag, 6. April 2020
Mühlbacher Wege
37km, 700hm
Mühlbach am Manhartsberg und seine Umgebung sind für mich der Inbegriff einer schönen Gegend.
Das Landschaftserlebnis dort baut auf drei Ebenen auf:
Im Zentrum steht das Schloss Mühlbach...
...ein ortsbildbestimmendes Ensemble samt Pfarrkirche und gegenüberliegendem Barockgarten, 2003 revitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ebene zwei öffnet sich durch den Hinterausgang des Schlossgartens. Man gelangt in den weitläufigen englischen Landschaftspark aus dem 18. Jahrhundert, einem Vogelparadies, das mit seltenen Baumriesen und einem großen Teich beeindruckt.
Die dritte Ebene ist jener Naturraum der nahtlos dahinter folgt, geprägt vom waldreichen Krotental, einer Bachlandschaft wie im Wunderland. Seine Bezeichnung erinnert an die ehemals stattliche Krotenmühle, die 1455 erstmals urkundlich erwähnt, bis 1950 bewohnt und heute verfallen ist.
Lebensader ist der Gscheinzbach, der nahe Klein Burgstall am Manhartsberg entspringt, dann die Orte Eggendorf am Walde, Zemling und Mühlbach verbindet, in vielen kleinen Mäandern durch den Schlosswald führt, den ein oder anderen Fischteich speist, schließlich an Wiedendorf und Elsarn vorbeifließt, das liebliche Strasser Tal ausbildet und bei Hadersdorf in den Kamp mündet.
Meine "Mühlbacher Wege" Beschreibung startet in Radlbrunn, bekannt für den 800 Jahre alten Brandlhof, wo in liebevoll restauriertem Ambiente Volkskultur gepflegt wird. Bekannt aber auch als Wohnort der prominentesten Glatze Niederösterreichs.
Von dort folge ich dem "Großgemeinderundwanderweg" (GGRWW) Richtung Großmeiseldorf und weiter, über einen panoramareichen Höhenweg (bitte in Weinviertler Dimensionen denken:-) und dann einen kurzen, steilen Hohlweg hinab, nach Ebersbrunn. Die Landesstraße L43 überquerend, gelangt man zur Wartkapelle in den Weinbergen über Pfaffstetten.
Kurz darauf führt der Ravelsbacher Wanderweg nach rechts zum Waldrand und bergab zum Gartenbach. Bei der ersten Gelegenheit links bergauf und dann immer geradeaus Richtung Westen, auf den Kirchturm von Zemling zuhaltend...
...erreiche ich zuletzt über einen feinen Trail erstmals das Tal des Gscheinzbaches.
Dem Lauf des Wassers folgend, vorbei an einer kleinen Felswand mit Waldandacht...
...geht es nach Mühlbach und somit ins Zentrum des eingangs erwähnten Landschaftserlebens, das wir jetzt durch alle Ebenen erfahren. Schloss, Barockgarten, Landschaftspark.
Die Idylle des Krotentales hat in den letzten Jahren leider unter Forstarbeiten gelitten. Der verwunschene, schmale Weg entlang des Gscheinzbaches wurde ausgebaggert und seiner Märchenhaftigkeit beraubt. Ich bevorzuge daher neuerdings die Variante über den "Dirndlweg", ein von den Zweigen der Kornelkirsche überwölbter, faszinierender Baumtunnel (Kopf einziehen nicht vergessen), und weiter am gelb markierten Waldweg nach Bösendürnbach.
Im Ort gleich bei den ersten Häusern links abzweigen in die Teichgasse und den Forstwegkehren bergauf folgen, dann wird man belohnt mit einem schönen Downhill, am "Elsarner Rundwanderweg", hinab nach Wiedendorf.
Dessen verschlafene Dorfidylle durchquerend, gelangt man zu einer spannenden Furt am Gscheinzbach.
Wer keine nassen Füße braucht, dem steht der Weg über eine schmale Brücke offen. Danach im Wald bergauf zum Gautscher und weiter zum Fünfeckigen Stein. An diesem Grenzstein, 1678 errichtet, 1m30 hoch und als Fünfeck (no,na) ausgeführt, grenzen die Gemeinden Feuersbrunn, Engabrunn, Etsdorf, Straß und Gösing aneinander.
Über Wiesen, Weingarten, Wald und zuletzt steil bergauf erreicht man von dort Stettenhof, ein Bauerndorf in Hochlage.
Unser Weg führt weiter am Rinnetsberg nach Hohenwart...
...und über sonnige Weinbergsüdhänge bergauf zur Radlbrunner Hochstraße.
Ein Hinweisschild weist zur Ebersbrunner Hiatahütte, die, mustergültig renoviert, einen Einblick in das Leben eines Weingartenhüters und imposanten Ausblick ins Donautal bietet.
Ich zweige hier links ab und nehme eine Runde durch die Sandberge von Ebersbrunn, wo faszinierende Lössabbrüche warten.
Wieder bergauf zur Radlbrunner Straße und zur Anhöhe am Satzpolster, erreicht man die Radlbrunner Hohlwegrunde, die in feiner, aussichtsreicher Abfahrt zurück zum Start bringt.
Wer die Übersichtskarte meiner Fahrroute mit ein wenig Phantasie betrachtet, wird eine, zwar kopfstehende, aber doch nachvollziehbare Ähnlichkeit zu den Umrissen Österreichs feststellen. Schönes Synonym für ein entdeckenswertes Stück "Heimat vor der Haustür".
Samstag, 21. März 2020
Trails around Sitzendorf
Mit Sitzendorf an der Schmida verbinde ich zuallererst den historischen Hauptplatz, der Bürgerhäuser vom Mittelalter bis zum Jugendstil aufweist und von einer barocken Pfarrkirche dominiert wird. Auch die weinvierteltypisch malerische Mühlbergkellergasse bleibt dem (Rad)Durchreisenden in Erinnerung. Das Umfeld des Ortes? Geprägt von Feldern und Weinbergen, nur auf den ersten Blick eintönig wirkend. Wer sich Zeit nimmt für eine Entdeckungsreise in die Waldhänge und Hügel über dem Ort, dem erschließt sich so manche ungeahnte Landschaftsperle.
Vom spannenden Patergraben und von der Möglichkeit gleich drei gipfelkreuzgekrönte "Berggipfel" zu besuchen, möchte ich hier erzählen.
Als Mountainbiker aus Passion nähere ich mich dem Ort meiner Begierde am Fernwanderweg "Radetzkymarsch", ausgehend vom wohlbekannten Heldenberg, über aussichtsreiche Anhöhen, mit Tiefblick aus der "oberen Etage" ins weite Schmidatal.
Letztlich am Rosenberg über Frauendorf angelangt, hält man sich wenige Meter vor der Landesstraße L42 links und passiert zwei auffällige, weiße Bildsäulen. Wer aufmerksam bleibt, entdeckt kurz danach am Waldrand eine kleine Holzbrücke, sie ist der Einstieg in den Patergraben.
Steil bergab, teils über Holzstufen, geht es in die "Piratenschlucht". Echtes Abenteuergelände für kleine (und große) Kinder, hinter jeder Kurve des Steiges wartet eine neue Überraschung.
Sogar eine lebende Weidenbrücke gibt es hier zu entdecken.
Es ist eine eindrucksvolle Form von Land-Art, mitten im Wald und rein aus Naturmaterialien, die der DEV Sitzendorf hier geschaffen hat.
Nicht verheimlichen möchte ich, dass eine Befahrung Radbeherrschung und ein wenig Mut erfordert. Als Mountainbiker bin ich hier ohnehin höchstens Gast "zweiter Ordnung" und verhalte mich entsprechend rücksichtsvoll und defensiv.
Der Patergraben endet mitten in Sitzendorf. Durch die Riede "hinter der Kirche" gelangt man auf den Galgenberg.
Weiter nordwärts. In der Ferne wird der Turm am Sandberg sichtbar, eine der bedeutendsten Keltenfundstätten Österreichs. Im ZickZack durch die Felder, vorbei an jahrhundertalten Kleindenkmälern, nähern wir uns dem Goldberg von seiner flachen Seite. Gipfelkreuz Nummer 1 und ein toller Aussichtspunkt erwarten uns dort oben.
Ein schmaler Trail führt bergab durch faszinierende Trockenheideflächen, charakteristisch für diese Übergangsregion zwischen Wein- und Waldviertel. Durch die Goggendorfer Fuchskellergasse geht es bergauf zum Geißbühel, Gipfel Nummer 2 unserer Entdeckungsreise.
Hier gilt es die Einfahrt in einen versteckten Trail zu finden, der eine feine Linie durch den steilen Waldhang zeichnet.
Man gelangt in abwechslungsreiches, unübersichtliches Gelände, durch stille Landschaft. Wer das Glück hat, nach einer kurzen Waldauffahrt richtig abzuzweigen und über einen seichten Kamm auf einen Hochstand zuzuhalten, der erwischt einen zweiten Trail, der sehr stimmig hinaus ins Tal der Urdonau(!) bringt. Wie auch immer, alle Wege führen nach Rom, und wir zurück zum Galgenberg ober Sitzendorf. Nach Überquerung der Schöngrabener Straße L35 kann man noch den gegenüberliegenden Hügel ansteuern, um Gipfel Nummer 3, das Blickbergkreuz, zu besuchen.
Ein steiler Hohlweg bringt direkt zurück ins Ortszentrum. Die Neuentdeckung eines faszinierenden Stückes Weinviertel liegt hinter mir.
Dienstag, 14. Januar 2020
Das große Trail-Potential des Göttweiger Berges, der erhaben am Rande der Wachau über die Donau wacht, ist der lokalen Mountainbike Community wohl schon länger kein Geheimnis mehr.
Doch das, was der eigens gegründete Verein "Trailwerk Wachau" hier 2019 geschaffen hat, ist herausragend.
Erst hat man sich mit dem Grundbesitzer Stift Göttweig zusammengesetzt und dank dessen Entgegenkommen eine Vereinbarung getroffen, wonach einige alte Steige zu frei befahrbaren Trails ausgebaut werden durften, und andererseits bestehende Wanderwege für die Biker tabu blieben.
Nach einer langen Bauphase, voller einsatzreicher, unentgeltlicher und gemeinnütziger Hand-Arbeit, ist ein gutes Dutzend feiner Mountainbiketrails in den steilen, felsigen Waldhängen des Göttweiger Berges entstanden.
Ein gelungenes, liebevoll gestaltetes Schilder-Leitsystem, das Biker und Wanderer voneinander trennt, dient zur Konfliktvermeidung zwischen den unterschiedlichen Waldbenützern.
Von Flowig-Leicht bis Scary-Schwer,
vom "Ragazzi-Trail" bis zum "Potschn-Weg",
reicht das Spektrum an Downhill Möglichkeiten,
und all das in sprichwörtlich sakraler Landschaft.
Ich bin zur Trailarea Göttweig von Mautern aus gestartet,
hab mich dort an den Trails "Uno", "Andi U" und "Plan B" ausgetobt,
zwischendurch dreimal den Berg rauf,
oben die Wintersonne plus atemberaubender Aussicht inhaliert,
mit einem breiten Grinsen im Gesicht weitergefahren,
die Anhöhe am Giritzer überquert
und die Ferdinandswarte über der malerischen Wachau besucht.
Letzlich am Donauufer eingebremst, und ein rundum rundes Mountainbikeerlebnis von 28km und knapp 800hm beendet.
Dem Verein Trailwerk Wachau gebührt meine Anerkennung und meine zukünftige Unterstützung.
trailwerk
Doch das, was der eigens gegründete Verein "Trailwerk Wachau" hier 2019 geschaffen hat, ist herausragend.
Erst hat man sich mit dem Grundbesitzer Stift Göttweig zusammengesetzt und dank dessen Entgegenkommen eine Vereinbarung getroffen, wonach einige alte Steige zu frei befahrbaren Trails ausgebaut werden durften, und andererseits bestehende Wanderwege für die Biker tabu blieben.
Nach einer langen Bauphase, voller einsatzreicher, unentgeltlicher und gemeinnütziger Hand-Arbeit, ist ein gutes Dutzend feiner Mountainbiketrails in den steilen, felsigen Waldhängen des Göttweiger Berges entstanden.
Ein gelungenes, liebevoll gestaltetes Schilder-Leitsystem, das Biker und Wanderer voneinander trennt, dient zur Konfliktvermeidung zwischen den unterschiedlichen Waldbenützern.
Von Flowig-Leicht bis Scary-Schwer,
vom "Ragazzi-Trail" bis zum "Potschn-Weg",
reicht das Spektrum an Downhill Möglichkeiten,
und all das in sprichwörtlich sakraler Landschaft.
Ich bin zur Trailarea Göttweig von Mautern aus gestartet,
hab mich dort an den Trails "Uno", "Andi U" und "Plan B" ausgetobt,
zwischendurch dreimal den Berg rauf,
oben die Wintersonne plus atemberaubender Aussicht inhaliert,
mit einem breiten Grinsen im Gesicht weitergefahren,
die Anhöhe am Giritzer überquert
und die Ferdinandswarte über der malerischen Wachau besucht.
Letzlich am Donauufer eingebremst, und ein rundum rundes Mountainbikeerlebnis von 28km und knapp 800hm beendet.
Dem Verein Trailwerk Wachau gebührt meine Anerkennung und meine zukünftige Unterstützung.
trailwerk
Freitag, 3. Januar 2020
Saisonstart 2020
Meine erste Biketour des jungen Jahres war die "Zweigeltvariante" rund um (und durch) Langenlois.
Der 2. Jänner, ein sonniger und kalter Tag, 40 Kilometer und 1000 Höhenmeter "unter Null", zuletzt begleitet von einem malerischen Sundowner am Heiligenstein.
Ein gelungener Saison-Einstand 2020...
Abonnieren
Posts (Atom)




















